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iifall im oxyd 2017

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"Zone"
15. 5. 17

iifall zeigt seit einem Jahr innerhalb der Kunsträume oxyd in Winterthur Kunst, die nur im Moment existiert.
2017 arbeitet Brigitt Lademann an einer sich wandelnden Installation und lädt dazu KünstlerInnen aus verschiedenen Sparten ein, die darin mit ihr etwas entwickeln. Das führt immer am 15. des Monats zu einem Abend mit Gästen. Dazu gehört ein gemeinsames Essen.

Wir haben uns mit der Frage beschäftigt, wie man Musik und Optisches so verbinden kann, dass beides möglichst gleich wichtig bleibt; nicht einfach und wohl nicht wirklich einlösbar.
Eine Möglichkeit zeigt diese Arbeit. Sie verknüpft akustische Wellen, die wir ja nicht sehen können, mechanisch mit Wasser, dessen Wellen wir durchaus sehen.

Die Installation vom 15. März war so etwas wie der Prolog für die Arbeit mit den Musikern Jürg Gasser und Jonas Labhart. Tropfen, die wenn sie ins Wasser fallen akustisch und optisch etwas bieten, quasi natürlich.
Für mich ist dabei der Film „Stalker“ von Tarkowskij nicht weg zu denken.
Die Suche nach einem Sinn in einer ewig tropfenden postindustriellen Zone.
Stanislaw Lem und Andrej Tarkowskij waren für mich in den 80er Jahren, als ich von der Bühnenbildklasse in die Ateliergemeinschaft Koprod wechselte, sehr wichtig.
Wir haben damals Crossovers ausprobiert; vorallem mit Musikern, aber auch Tänzern und Schau-spielern. Für iifall greife ich auf zum Teil auf diesen alten Fundus zurück.
Wir haben uns unter anderem mit der Frage beschäftigt, wie man Musik und Optisches so verbin-den kann, dass beides möglichst gleich wichtig bleibt; nicht einfach und wohl nicht wirklich einlös-bar.

Eine Möglichkeit zeigt die Arbeit vom 15. Mai. Sie verknüpft akustische Wellen, die wir ja nicht sehen können, mechanisch mit Wasser, dessen Wellen wir durchaus sehen.
Die Musiker spielen ihre Instrumente über Mikrophone, die mit Lautsprechern verbunden sind. Statt dass die Lautsprecher in Boxen verpackt sind, stehen sie auf Füssen in den Wasserbecken und geben ihre Schwingungen mit Trinkhalmen ins Wasser weiter. Mit Licht werden die Wellen sichtbar gemacht. Projektoren leuchten auf die die Wasseroberfläche, so dass an den Wänden die Reflexionen zu sehen sind.
Neben dem Livespiel laufen programmierte Tonspuren, von denen auch Tropfen der vorherigen Installation zu hören sind. Unter den Wasserbecken stehen zwei Basslautsprecher. Sie sind in der Lage, dass Wasser ohne ‚Rührwerk‘ in Schwingung zu bringen.
Die vier Becken sind mit verschiedenen Grüntönen ausgemalt, die jeweils einem mir wichtigen Gewässer entsprechen: Schlammgrün für die Glatt, an der ich wohne und den Greifensee, Laubgrün für die Glatt mit Seegras und Sonne, Wassermelonengrün für den Walensee und Hellblaugrün für Schwimmbecken, aber auch Kiesgrubengewässer.
Die technische Umsetzung und die Tonspur hat Jürg Gasser realisiert.