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Türme

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Galerie Römerapotheke, Zürich
6. Mai bis 8. Juli 2006

Altbrot fällt in jedem westeuropäischen Haushalt an. Die spielerisch gebauten Türme sind labile Brotgedankengebäude.

Brot ist ein Grundnahrungsmittel. Die meisten Menschen haben Probleme, altes Brot in den Abfall zu werfen. Da gibt es eine moralische Hemmschwelle. Trotzdem haben wir einfach zu viel davon. Im Fluss vor meinem Atelier sehe ich täglich kiloweise Altbrot vorbei schwimmen. Es ist ein starkes Bild für unseren Lebensstil. Einerseits haben wir zu viel davon, anderer-seits versuchen wir, ziemlich hilflos, nicht ganz unmoralisch zu sein.
Ich habe Altbrot jahrelang gesammelt und nun Türme damit gebaut. Türme, wie sie Kinder mit Bauklötzen bauen. Mit Brot spielen, darf man das? Womit spielt man da wirklich?
Türme bauen bedeutet auch, sich mit grundlegenden statischen Problemen zu beschäftigen. Das Auge sieht erstaunlich genau, wie stabil die Sache wohl sein wird. Prekär bleibt es; prekäre Brotgedankengebäude.